Nagios vs. Hyperic: Allgemeine Konfiguration

Die Konfiguration von Nagios erfolgt durch Editieren von Textdateien. Es gibt andere Ansätze, die Konfiguration über ein GUI durchzuführen, auf die ich jedoch nicht eingehen möchte. Über die Webschnittstelle von Nagios besteht für Administratoren die Möglichkeit die Konfiguration anzusehen.

Um einen Rechner mit meheren Diensten zu überwachen sind in Nagios folgende Schritte nötig: Anlegen des Rechners in der hosts.cfg, Definieren der zu überwachenden Dienste in der services.cfg. Sind die Dienste in der services.cfg noch nicht angelegt müssen die Überwachungskommandos in der Datei checkcommands.cfg definiert werden. Für eine Benachrichtigung per E-Mail oder anderen Mitteln sind die Dateien contacts.cfg und contactgroups.cfg zu pflegen. Ausführlich Informationen zu den Konfigurationsdateien finden sich auf der offiziellen Projektseite.
Nagios bietet die Möglichkeit vor dem Start die Konfiguration zu testen. Von dieser Funktion habe ich immer ausführlich Gebrauch gemacht. Die Pflege in einer großen Konfigurationsdatei bei älteren Nagios Versionen war schon unübersichtlich, die Aufteilung auf mehrere Dateien verbessert die Lage nicht unbedingt. Man überlegt oft wie man den Dienst oder das Checkkommando benannt hat. Nagios weigert sich auch bei kleinen Unstimmigkeiten in den Konfigurationsdateien zu starten. Wird ein Host entfernt müssen wiederum mindestens alle oben genannten Konfigurationsdateien nach Einträgen zu dem entsprechenden Host durchforstet und diese entfernt werden. Es lohnt sich oft die Konfiguration über die das Nagios-Portal anzusehen. Dort werden alle Konfigurationsparameer in Zusammenhang gebracht und dargestellt.

Hyperic HQ bietet die Konfiguration über ein Webinterface und über eine sogenannte Shell. Das Webinterface ist modern und mit zahlreichen AJAX-Elementen komfortabel gestaltet. Das Hinzufügen von Rechner und Diensten erfolgt automatisch wie im ersten Teil beschrieben.

Hyperic Shell

Hyperic Shell

Der Agent entdeckt dabei die auf dem Rechner laufenden Diensten und versucht weitgehend automatisch eine automatische Konfiguration der Überwachung. Bei einigen Diensten muss noch manuell eingegriffen werden, z.B. müssen zur Überwachung von Datenbanken ein DB-Nutzer und ein Passwort eingetragen werden. Im Webinterface sind die Alerts einzurichten. Auf den ersten Blick ist die Einrichtung von Alerts in Hyperic HQ wesentlich aufwendiger und flexibler als in Nagios. In Hyperic HQ können viele verschiede ne Parameter darüber entscheiden, ob eine Benachrichtigung erfolgt (Verfügbarkeit, Metriken, Verzögerung der Benachrichtigung, Priorität etc.). Nagios erkennt Zustände nur als “warning”, “critical” oder “ok” und pro Dienst kann immer nur eine Metrik ausgewertet werden, die aussagen soll ob der Dienst in Schwierigkeiten ist. Ein Beispiel: Nagios kann mittels check_http übrprüfen ob ein Apache seine Webseiten ausliefert. Ein anderes Plugin kann messen wieviele Requestes pro Sekunde auf den Server kommen. Hyperic HQ kann feststellen wieviele Seiten pro Minute ausgeliefert werde oder wieviele Bytes pro Sekunde geliefert werden und dann bei einem entsprechenden Schwellwert Alarm schlagen. Fazit

Für ein Fazit ist es zu früh😉

Mit Hyperic gelingt es wesentlich schneller Rechner und Dienste zu überwachen als mit Nagios. Dies wird vor allem durch die “Auto Discovery” von Diensten erreicht. Die Konfiguration von Nagios ist fehleranfällig, komplex und wird schnell unübersichtlich. Auf viele spezielle Dinge von Nagios wie Gruppierung von Diensten und Rechnern, die grafische Darstellung der Topologie der Systeme usw. bin ich noch nicht eingegangen und das Webinterface von Hyperic hat sich mir auch noch nicht vollständig erschlossen

Fortsetzung folgt.

4 comments so far

  1. Doomshammer on

    Hi,

    ich suche gerade eine gute Monitoring-Loesung fuer uns und bin dabei auch auf Hyperic gestossen. Nagios und Zabbix habe ich schon seit Jahren in Benutzung, aber bin nicht 100% zufrieden. Hyperic sieht ja sehr erwachsen aus und von dem was ich gelesen hab’ erfuellt es alles das, was ich von einem Monitoring Produkt erwarte. Allerdings konnte ich nirgends einen Hinweis finden, ob es auch Webseiten Content-Validierung unterstuetzt – sprich eine Webseite wird nicht nur auf erreichbarkeit geprueft, sondern es werden z. B. versch. Anmeldeformulare durchgearbeitet und ueberprueft ob die einzelnen Schritte sauber funktionieren.

    Kannst Du mir sagen, ob es bei Hyperic so eine Funktion bzw. ein Plugin gibt?

  2. Kurt Williams on

    plugins gibts allerdings sehr einfach, keine abhaengkeiten von gekettete events. beides hyperic und nagios fuellen die erwartung wenns um events gehts. wir kriegen alarms von beiden. allerdings koennen wir nicht mehrere rechenzentren ueberwachen da die funktion nicht unterstuetz wird. die graphische user interfacesie gut aus und die leute da sind echt locker drauf ich habe gehoert die spielen den ganzen tag das neue nintendo wii. von support habe ich noch nichts gehoert.

  3. excowboy on

    Haha, den ganzen Tag Wii spielen. Das ist unglaublich. Wenn ich mir die Entwicklung von Hyperic HQ im letzten Jahr anschaue gehe ich nicht davon aus, das dort den ganzen Tag gespielt wird.
    Meine Meinung.

    Gruss

  4. Cengiz Cevik on

    Der rasant wachsenden Nutzergemeinde von Hyperic HQ steht nun erstmals eine umfassende Unterstützung in deutscher Sprache zur Verfügung!


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